Funktionsweise und diagnostische Bedeutung
Der Integrale Stresstest nutzt die Reaktion des Beckens, um Belastungen des autonomen Nervensystems, des Fasziensystems sowie körperliche und energetische Störfelder sichtbar zu machen. Eine bestehende Beckenverwringung löst sich in dem Moment, in dem der zugrunde liegende Stressor kurzzeitig entlastet wird. Dadurch lässt sich erkennen, welche Art von Belastung den Körper aktuell überfordert und in welcher Reihenfolge die Störfaktoren wirken.
1. Beckenverwringung als diagnostischer Marker
Das Becken reagiert sehr sensibel auf Stress. Eine Verwringung entsteht, wenn das Zusammenspiel von Faszien, Muskulatur und vegetativem Nervensystem gestört ist. Sie zeigt an, dass der Körper in einem Bereich überlastet ist. Diese Überlastung kann struktureller, emotionaler oder energetischer Natur sein. Der Test macht sichtbar, ob die Grundregulation funktioniert oder ob übergeordnete Störfelder die Reaktionsfähigkeit blockieren.
2. Die drei Reflexe des Integralen Stresstests
2.1 Nabelreflex
Der Nabel ist der zentrale Punkt des Fasziensystems. Löst sich die Beckenverwringung durch leichte Berührung des Nabels, zeigt dies, dass das Fasziensystem regulierbar ist und das autonome Nervensystem angemessen reagiert. Bleibt die Reaktion aus, liegt entweder ein körperlicher Störherd oder ein übergeordnetes Störfeld vor.
2.2 Störherdreflex
Wenn der Nabelreflex nicht anspricht, können lokale körperliche Störherde verantwortlich sein. Dazu gehören Narben, Gelenke mit früheren Verletzungen, fasziale Verdichtungen, die vordere Halsregion oder die Nierenregion. Löst die Berührung eines solchen Bereichs die Beckenverwringung, handelt es sich um einen primären Störherd, der die Grundregulation blockiert.
2.3 Störfeldreflex
Reagieren weder Nabel noch körperliche Störherde, kann ein übergeordnetes Störfeld vorliegen. Dieses betrifft nicht die Struktur, sondern das energetische oder emotionale Feld des Körpers. Durch kurze Entlastung dieses Feldes, etwa durch Halten der Hand in geringem Abstand, kann sich die Beckenverwringung lösen. Dies weist auf emotionale Belastungen, traumatische Erfahrungen oder übernommene Stressmuster hin, die das autonome Nervensystem überlagern.
3. Arten von Störfaktoren
3.1 Primäre Störherde
Primäre Störherde verhindern, dass der Nabelreflex funktioniert, und lösen direkt eine Beckenverwringung aus. Dazu gehören die vordere Halsregion, ausgeprägte oder traumatisierte Narben, belastete Gelenke und eine empfindliche Nierenregion. Sie müssen zuerst erkannt und entlastet werden, bevor weitere Störfaktoren sichtbar werden.
3.2 Störfelder
Störfelder blockieren die Regulationsfähigkeit des autonomen Nervensystems. Sie wirken übergeordnet und können alle anderen Reflexe überlagern. Typische Ursachen sind unverarbeitete Emotionen, traumatische Erlebnisse, übernommene Belastungen aus Beziehungen oder eine Überlastung vegetativer Nervengeflechte. Erst nach Entlastung des Störfeldes wird die Grundregulation wieder möglich.
3.3 Sekundäre Störherde
Sekundäre Störherde treten erst hervor, wenn primäre Störherde oder Störfelder entlastet wurden. Ihre Berührung führt erneut zur Beckenverwringung, jedoch weniger ausgeprägt. Sie sind wichtig für die vollständige Integration, aber nicht die Hauptursache der Dysregulation.
4. Ablauf des Integralen Stresstests
1. Prüfung, ob eine Beckenverwringung vorliegt.
2. Test des Nabelreflexes zur Beurteilung der Grundregulation.
3. Untersuchung möglicher körperlicher Störherde wie Halsregion, Narben, Gelenke oder Nierenregion.
4. Test auf Störfelder, wenn weder Nabel noch Störherde reagieren.
5. Erneute Prüfung nach Entlastung, um verbliebene Störherde sichtbar zu machen.
6. Behandlung durch Integration des Nabels, Entstörung von Narben und Störherden sowie Entlastung von Störfeldern. Bei tief liegenden Narben kann eine imaginative Kontaktaufnahme notwendig sein.
5. Aussagekraft des Tests
Der Integrale Stresstest zeigt die Hierarchie der Stressfaktoren, die Rolle des Nabels als zentralem Faszienpunkt, die Bedeutung von Narben und Schlüsselzonen sowie den Einfluss emotionaler und energetischer Belastungen auf das autonome Nervensystem. Er macht sichtbar, wie der Körper nach Entlastung wieder in die Selbstregulation findet und wie eng körperliche und emotionale Faktoren miteinander verbunden sind.
